Das von CEPI, der Confederation of European Paper Industries, Mitte November in Brüssel präsentierte Dokument „Unfolding the Future“ beschreibt das grüne Potenzial des Holzfaser-Sektors und seinen Beitrag zur innovativen und effizienten Nutzung unserer Ressourcen. Es wurde von rund dreißig Experten der Branche aus allen Produktbereichen der Zellstoff- und Papierindustrie erarbeitet und nimmt inhaltlich Bezug auf die Low-Carbon-Economy-Roadmap der Europäischen Kommission, die eine Verminderung der CO2-Emissionen bis 2050 um 80% postuliert. Die dänische EU-Klimakommissarin Connie Heedegard kommentierte den CEPI-Bericht so: „Die Papierindustrie ist die erste energieintensive Branche, die unserem Aufruf nachkommt, einen sektorspezifischen Plan zu erarbeiten. Auf dem Weg zu einer Low-Carbon-Gesellschaft zeigt sie sich somit als Teil der Lösung.“
Auch Experten aus Österreich haben an dem Dokument mitgearbeitet. „Die Zellstoff- und Papierindustrie ist eine Schlüsselbranche auf dem Weg Europas zu einer grünen und CO2-armen Gesellschaft. Unsere starken Fundamente sind die nachwachsenden und erneuerbaren Rohstoffe Holz und Altpapier, die auf nachhaltiger Forstwirtschaft basieren und ideale Voraussetzungen für kaskadische Wertschöpfung und Recyclingkreisläufe bilden“, bekräftigt Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, die hohe Bedeutung der 2050 Roadmap für die langfristig erforderlichen wirtschafts- und umweltpolitischen Zielsetzungen. Die Roadmap 2050 gibt erste Einblicke in das umfangreiche Portfolio an Produkten und Dienstleistungen, die die Zellstoff- und Papierindustrie den Konsumenten der Zukunft zur Verfügung stellen kann. Dabei zählen die höchstmögliche Wertschöpfung aus den verfügbaren Faserrohstoffen und die Schaffung zusätzlicher Green Jobs zu den wichtigsten Zielen. CO2-Einsparungen können über die direkte Speicherung in Holz- und Papierprodukten hinaus vor allem auch durch den Ersatz fossiler Rohstoffe erreicht werden, so etwa beim Holzbau, bei Verpackungen oder bei der Herstellung von Chemikalien und Treibstoffen.
Der CEPI Roadmap liegt ein mit dem europäischen Wachstum abgestimmtes Entwicklungssszenario der Branche von 1,5% pro Jahr zugrunde, und sie basiert auf den von der EU-Kommission angewandten Energiemodellen. „Bis 2050 sind es 40 Jahre – aber nur zwei Investitionszyklen ! Die Politik muss daher bereits heute die richtigen Rahmenbedingungen vorbereiten, um die gewünschte Entwicklung mit starken Impulsen zu stimulieren“, unterstreicht Oliver Dworak in seinem Kommentar. Die in der CEPI Roadmap untersuchten Zukunftsmodelle zeigen, dass auf Basis von heute und in den kommenden Jahren verfügbaren, innovativen Technologien, und in Abstimmung mit den langen Investitionszeiträumen einer kapitalintensiven Industrie, CO2-Reduktionen bis zu 50% möglich sein können. Um darüber hinausgehende Einsparungen, möglicherweise sogar bis zu -80%, zu erreichen, bedarf es aber völlig neuer und heute noch weitgehend unbekannter Technologien, die idealerweise bis 2030 verfügbar sein sollten, um effizient auf die konkreten Erfordernisse der Betriebe hin umgesetzt zu werden.
CEPI 2050 Roadmap
CEPI 2050 Video
CEPI
2050 Roadmap der EU-Kommission