Lignin ist ein hochmolekularer aromatischer dreidimensional vernetzter Stoff der zusammen mit dem Zellstoff und anderen Polysacheriden den Aufbau verholzter Pflanzen bildet. Er füllt die Zwischenräume zwischen den Zellen aus und versteift hierdurch den Verbundwerkstoff Holz. Er ist für die Druckfestigkeit verantwortlich. Im Grundmolekül ist Lignin ein Abkömmling des Phenylpropans. Je nach Holzart befinden sich am Phenylring Methoxygruppen und an der Propaneinheit Hydroxygruppen. Bei Nadelholz beträgt der Ligningehalt 27 bis 33 Prozent, im Laubholz ungefähr 22 Prozent bezogen auf die Trockenmasse.
Zellstoffaufschluss
Beim Aufschluss des Holzes wird das ursprünglich unlösliche Lignin durch das Kochen mit Chemikalien sowie Nachbleichen abgebaut, löslich gemacht und entfernt. Die Abbauprodukte werden dann im Rahmen der Chemikalienrückgewinnung thermisch verwertet. Durch die Eigenfärbung des Lignins verringert sich die Weiße des Zellstoffs. Auch wird durch einen höheren Ligningehalt die Steifigkeit und Hydrophobie bei der Ausbildung von Faser zu Faserbindungen beeinträchtigt. Bei holzstoffhaltigen Papieren führt der Ligningehalt durch das Sonnenlicht zur Braunfärbung und Versprödung.