Die Berstfestigkeit wird auch Berstdruck genannt. Sie ist der Widerstand einer kreisförmig eingespannten Probe von Papier oder Karton im Augenblick des Berstens. Die Berstfestigkeit ist ein Merkmal zur Charakterisierung, insbesondere von Deckenpapieren und Verpackungsmaterialien. Als Berstindex wird der Berstdruck bezogen auf das Flächengewicht definiert. Die Bestimmung des Berstdruckes erfordert wenig Zeit, weshalb die Messung häufig zur Qualitätskontrolle während der Produktion eingesetzt wird.
Genormtes Verfahren
Die Berstfestigkeit wird bei Papier nach DIN 53113 (Schoppr/Dalen) nach den ISO 2758 sowie bei Pappen nach den 53141 (Mullen). Bei der Prüfung wird Druck vom Prüfgerät mittels einer Gummimembran auf eine runde eingespannte Probenfläche übertragen, wodurch sich die Probe bis zum Platzen dehnt. Bei dieser zunehmenden Spannung wird die Streckgrenze von Papier oder Karton überschritten. Das Bersten geht meist von der Mitte der Probe mit einem Einriss quer zur Maschinenrichtung des Papiers aus. In der älteren Literatur findet sich oft der Begriff des Berstwiderstandes, der in der aktuellen Europäischen Normung durch den Begriff Berstfestigkeit ersetzt wurde.