Unter Alterungsbeständigen Papieren versteht man Produkte, die über eine sehr lange Zeit ihre Eigenschaften nicht verändern, dies ist wichtig zum Beispiel für Dokumente oder kostbare Bücher. Die Lebensdauer wird sowohl durch physikalische als auch durch chemische Faktoren bestimmt, unter anderem durch den Verschleiß, den Einfluss von Licht, Temperatur und Feuchtigkeit, sowie Hydrolyse und Oxidation. Eine lange Haltbarkeit ist insbesondere von den verwendeten Rohstoffen und den Hilfsstoffen abhängig. Durch die Harzleimung und die gleichzeitige Verwendung von Alaun ab 1850 wurde die Alterungsbeständigkeit von Papier deutlich schlechter. Der sauere Alaun führt zu hydrolytischer Zersetzung der Zellulosemoleküle, andererseits wird durch die Verwendung von Holzschliff Holzstoff die Alterung verschlechtert, da das Lignin durch Licht abgebaut wird und den Zerfall der Zellulose katalysiert.
Alterung vorhersehen
Alterungsbeständige Papiere zeichnen sich daher durch holzfreie Primärfasern mit einem hohen pH-Wert, sowie durch die Verwendung von Kalziumkarbonat als Füllstoff aus. Durch möglichst geringe Schadstoffe an Schwefel- beziehungsweise Metallverwendungen wird auch die Lebensdauer erhöht. Nach der DIN 6738 werden die Papiere nach künstlicher Alterung beurteilt und in Lebensdauerklassen eingeteilt. Die ISO 9706 fordert für alterbeständiges Papier eine bestimmte Zusammensetzung und Mindestausgangsfestigkeit. Im letzten Jahr wurde die ON-Regel 11 116 zur beschleunigten und dynamischen Alterung von Papier und Pappe, die am Papier-Institut der TU Graz entwickelt wurde, veröffentlicht. Mit diesen Regelwerken wird versucht die Alterungsbeständigkeit von Papier zu beschreiben, obwohl Zeitraffertests immer mit Unsicherheiten verbunden sind.