Die Herstellung von Faserstoffen aus Holz ist chemischem Wege (Zellstoff) oder auf mechanischem Wege (Holzstoff bzw. Holzschliff) möglich. 1843 erfand Friedrich Gottlob Keller die rein mechanische Zerfaserung von Rundholz zum Holzschliff (Stone Ground Wood, SGW). Durch die raue Oberfläche eines Schleifsteins werden Fasern aus der Holzstruktur herausgerissen. Hydraulische Stempel pressen das Holz gegen den Stein. Holzschliff findet Verwendung in der Produktion von Papieren mit relativ kurzer Lebensdauer wie Zeitungen. Die daraus gefertigten holzhaltigen Papiere „Vergilben unter dem Einfluss von UV-Licht“.
Anders ist es bei holzfreien Papieren aus ligninfreien reinen Zellstoffen. Das Verfahren setzt die Schleifkammer unter Überdruck (ca. zwei Bar). Heißes Wasser (ca. 95 Grad) wird am Stein als Spritzwasser eingesetzt und unterstützt zusätzlich die Zerfaserung. Das Druckschliffverfahren findet in einigen SC-Fabriken und teilweise bei LWC Anwendung, es wird Fichtenholz eingesetzt.
Hohe Ausbeuten durch mechanische Zerfaserung
Bei den Refinerholzstoffverfahren wird Holz in Form von Hackschnitzeln eingesetzt und zerfasert. Dabei gibt es verschiedene Verfahren: das Refinerverfahren, das Thermo Mechanical Pulp (TMP)-Verfahren und das Chemo Thermo Mechanical Pulp Verfahren. TMP wird öfter eingesetzt, da es einen höheren Langfaseranteil ergibt und den Einsatz von teurem Zellstoff oft erübrigt. Es wird für Zeitungsdruckpapier, SC-Papiere (Illustrationsdruck), und LWC-Papier (leichtgewichtige, gestrichene Papiere) eingesetzt.
Beim CTMP werden die Hackschnitzel vor der Zerfaserung mit Chemikalien (Natriumsulfit) impregniert, wodurch der CTMP-Stoff etwas dunkler wird. Da sie auf Grund des noch vorhandenen Ligningehaltes sehr leicht vergilben, werden sie insbesondere in Produkten eingesetzt die keine lange Lebensdauer erfordern. Der Vorteil liegt vor allem in der Ausbeute des Holzaufschlusses. Die Ausbeuten von Holzschliff und TMP liegen bei 90 bis 96 Prozent, bei CTMP knapp unter 90 Prozent. Wohingegen die Ausbeute des chemischen Zellstoffes bezogen auf den Gesamtholzeinsatz bei rund 50 Prozent liegt.