Soziales

Trade Issues

Derzeit laufen einige Streitfälle mit Papierbezug auf handelspolitischer Ebene mit Russland, Ukraine und China. Betroffene Mitgliedsfirmen wurden informiert. In den genannten Fällen laufen die Informationen und Aktivitäten über die CEPI, teilweise auch über die Austropapier bzw. den Fachverband auf nationaler Ebene.  

Zu den derzeit wichtigsten Streitfällen möchten wir ein kurzes Update geben:  

Russland: Importzölle von 15 % werden u.a. auf Papierprodukte (coated paper & board) eingehoben, die gegen die WTO-Verpflichtungen verstoßen. Russland ist seit 2012 WTO-Mitglied. Von der EU wird die Einberufung der Streitbeilegungskommission (dispute settlement panel) gefordert, die demnächst eingesetzt werden soll.  

Ukraine: Hier droht ein Holzexportverbot in die EU, das den WTO-Verpflichtungen der Ukraine widersprechen würde. Hier gab es bereits intensive Interventionen u.a. auch von Österreich. Aufgrund der bisherigen Reaktionen von ukrainischer Seite sind wir zuversichtlich, dass ein Holzexportverbot nicht kommen wird.  

China: In Bezug auf China sind gleich mehrere Fälle anhängig:  

Zwei geplante Antidumping-Verfahren gegen Importe von ungebleichtem Kraftsackpapier aus der EU sowie ein zweites gegen Importe von Textilzellstoff aus der EU. Insbesondere beim Textilzellstoff laufen Interventionen über die CEPI, es gab dazu Telefonkonferenzen und Meetings mit Beteiligung österreichischer Firmen. Neben den nationalen Behörden, haben wir auch die Handelsdelegierten in China um Unterstützung gebeten.  

Market Economy Status: Derzeit wird innerhalb der EU diskutiert, ob man China bei der WTO den “Market Economy Status” gewähren soll. Das Thema ist politisch sensibel, zumal man China anlässlich des WTO-Beitritts vor 16 Jahren anscheinend die Gewährung ab 2016 in Aussicht gestellt hat. Die CEPI ist strikt dagegen, da das in handelspolitischen Streitfällen, wie zum Beispiel Antidumping,  nachteilig für die europäische Industrie wäre und China auch die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt. Die CEPI hat gemeinsam mit anderen Industrieverbänden einen Brief an EU-Kommissarin Malmström verfasst. Auf nationaler Ebene hat auch die Wirtschaftskammer das Thema aufgegriffen und wird das Anliegen beim Wirtschaftsministerium vorbringen.

Bilanzkennzahlenanalyse

Über Auftrag des Fachverbands erstellte das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) u.a. eine Bilanzkennzahlenanalyse der Papier erzeugenden Industrie. Zweck der Studie ist, eine wirtschaftliche Basis von Kennzahlen über die Branche auch aus Arbeitgebersicht zu bieten, die der von den Gewerkschaften jährlich in Auftrag gegebenen Arbeiterkammer-Studie gegenüber gestellt werden kann. Die Ergebnisse der Studie sollen dabei nicht nur bei KV-Verhandlungen und Diskussionen mit den Gewerkschaften, sondern auch auf betrieblicher Ebene oder Verbandsebene eine Hilfestellung für Argumente bieten.  

Die Studie umfasst 17 Betriebe und 14 Kennzahlen, wobei neben einer Darstellung der gesamten Branche auch eine Aufteilung in graphische Papiere und Verpackungspapiere erfolgte. Besonders eingegangen wurde auf die Ausschüttungen, deren Höhe von der Arbeiterkammer-Studie und den Gewerkschaften jedes Jahr anlässlich der KV-Verhandlungen stark kritisiert wird. Analysiert wurden die im März 2015 veröffentlichten Jahresabschlüsse und verfügbaren Geschäftsberichte, wobei auch diverse Datenbanken verwendet wurden. Erfasst sind in der Regel die Jahre 2013 und 2012.        

Nachstehend einige wesentliche Kennzahlen für die gesamte Branche:  

Umsatz 2013/12: - 4,1 %. 11 Betriebe weisen einen Rückgang auf, 6 eine Steigerung.  

Betriebsleistung 2013/12: - 2,9 %. 11 Betriebe weisen einen Rückgang auf, 6 eine Steigerung.  

Lohntangente 2013: 14,9 % (2012: 14,5 %)  

EBIT: Operatives Ergebnis 2013/12 mit rund – 25 % stark rückläufig (6 von 17 Betrieben weisen ein negatives EBIT auf). 

Jahresüberschuss nach Steuern 2013/12: - 0,5 % (6 von 17 Betrieben negativ)  

Cash-Flow 2013/12: - 1,7 %  

Das IWI kommt bei den Ausschüttungen für 2012 und 2013 auf Zahlen, die von der Arbeiterkammer-Studie stark abweichen.  

Zur besseren Abstimmung der Daten wurde daher von Arbeitgeberseite ein gemeinsames Gespräch der Experten der Arbeiterkammer und des IWI vorgeschlagen, das in Kürze stattfinden soll.