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Klimastrategie im Schulterschluss mit Bioökonomie

Die Österreichische Papierindustrie sieht die heute präsentierten Klima- und Energiestrategie vorsichtig positiv. Letztlich sind aber die daraus abgeleiteten Maßnahmen entscheidend. Der Fokus der Strategie liegt neben Gebäudeeffizienz und der Mobilitätsoffensive klar wieder im Strombereich. Für die Bioökonomie – den wesentlichen Treiber einer CO2-armen Klima- und Energiezukunft – ist jedoch eine eigene Strategie geplant.

Insgesamt will die neue Bundesregierung bis 2030 den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern erzeugen. Aus Sicht der Papierindustrie ist das ein sehr ambitioniertes Ziel. Vor allem die E-Mobilität und die zunehmende Digitalisierung werden den Strombedarf weiter steigen lassen. Den Fokus und wesentlichen Teil der Aufbringung sieht Gabriele Herzog, Geschäftsführerin der Austropapier, klar im Bereich der rohstoffunabhängigen Technologien, Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik. „Von neuen Biomasseheizkraftwerken sollte in Zukunft abgegangen werden. Im Sinne einer funktionierenden Bioökonomie sollten aus Holz zuerst Möbel, Papier, Essigsäure und weitere biobasierte Produkten entstehen und nur die Reststoffe zu Ökostrom und Fernwärme umgewandelt werden. Und der Ausbau des Netzes muss natürlich mit dem Ziel für Erneuerbare Energien Hand in Hand gehen.“

Insbesondere gespannt ist die Papierindustrie auf die Ausgestaltung des neuen Österreichischen Energiegesetzes bis 2020. Es wird das bisherige Ökostromgesetz ablösen. Hier muss der Schwerpunkt des Fördermechanismus auf Marktnähe und möglichst hoher Kosteneffizienz liegen. Für jeden Fördereuro sollte also das Maximum an Ökostrom erzeugt werden. Eine Deckelung der Mittel könnte unerwünschte Kostenexplosionen verhindern.  

Positiv beurteilt die Papierindustrie die Absicht, den Regel- und Ausgleichsenergiemarkt weiter zu öffnen. Hier sind Industrieunternehmen durch ihre energetischen Flexibilitäten und Potenziale in der Lage, einen wesentlichen Beitrag zur Energiekostensenkung zu leisten. „Derzeit ist eine Teilnahme aufgrund der technischen Anforderungen und bürokratischen Hindernisse nur für bestimmte Industrieanlagen möglich und erfordert eine Anpassung der Prozesse“, sagt Herzog und erläutert, wie das künftig besser funktionieren würde: „Durch Anreize, zum Beispiel bei den Netztarifen und Energiepreisen sowie durch Optimierung des Zusammenspiels von EVUs, Netzbetreibern und Unternehmen, können Hemmnisse zur Teilnahme abgebaut werden. Dann wäre eine Teilnahme auch für kleinere Verbraucher interessant“.    

 

Die Papierindustrie in Österreich
Die österreichische Papierindustrie hat durch ihren Bedarf an natürlichen Rohstoffen eine lange Tradition in Sachen Nachhaltigkeit. Der 100%ige Bezug von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, mehrfaches Recycling und mehrstufige Abwasserreinigung sind mittlerweile Standard. Die kaskadische Holznutzung -Mehrfachnutzung, Recycling und abschließende thermische Verwertung - und damit einhergehend die optimale Verwertung des wertvollen Rohstoffes Holz hat sie zur Leitbranche der kreislaufbasierten Bioökonomie gemacht. Mittlerweile erzeugen 24 Betriebe 5 Millionen Tonnen Papier und 2 Millionen Zellstoff pro Jahr und zusätzlich noch Textilien, Nahrungsmittelzusatzstoffe, wie Kaugummizucker oder den Geschmacksstoff Vanillin. Auch zahlreiche Vorprodukte für die chemische Industrie kommen mittlerweile aus der Papierindustrie und ersetzen erdölbasierte Stoffe. Durch intensive Forschung an weiteren neuen Erzeugnissen aus Holzbestandteilen entwickelt sich die Branche zunehmend in Richtung Bioraffinerie. Im Holz steckt noch viel Potenzial für die Zukunft.      

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Rückfragen:

Julia Löwenstein
Austropapier 
Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +43 1 588 86 DW 294 
Mail: julia.loewenstein@austropapier.at  

Die Österreichische Papierindustrie sieht die heute präsentierten Klima- und Energiestrategie vorsichtig positiv. Letztlich sind aber die daraus abgeleiteten Maßnahmen entscheidend. Der Fokus der Strategie liegt neben Gebäudeeffizienz und der Mobilitätsoffensive klar wieder im Strombereich. Für die Bioökonomie – den wesentlichen Treiber einer CO2-armen Klima- und Energiezukunft – ist jedoch eine eigene Strategie geplant.

Insgesamt will die neue Bundesregierung bis 2030 den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern erzeugen. Aus Sicht der Papierindustrie ist das ein sehr ambitioniertes Ziel. Vor allem die E-Mobilität und die zunehmende Digitalisierung werden den Strombedarf weiter steigen lassen. Den Fokus und wesentlichen Teil der Aufbringung sieht Gabriele Herzog, Geschäftsführerin der Austropapier, klar im Bereich der rohstoffunabhängigen Technologien, Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik. „Von neuen Biomasseheizkraftwerken sollte in Zukunft abgegangen werden. Im Sinne einer funktionierenden Bioökonomie sollten aus Holz zuerst Möbel, Papier, Essigsäure und weitere biobasierte Produkten entstehen und nur die Reststoffe zu Ökostrom und Fernwärme umgewandelt werden. Und der Ausbau des Netzes muss natürlich mit dem Ziel für Erneuerbare Energien Hand in Hand gehen.“

Insbesondere gespannt ist die Papierindustrie auf die Ausgestaltung des neuen Österreichischen Energiegesetzes bis 2020. Es wird das bisherige Ökostromgesetz ablösen. Hier muss der Schwerpunkt des Fördermechanismus auf Marktnähe und möglichst hoher Kosteneffizienz liegen. Für jeden Fördereuro sollte also das Maximum an Ökostrom erzeugt werden. Eine Deckelung der Mittel könnte unerwünschte Kostenexplosionen verhindern.

 

Positiv beurteilt die Papierindustrie die Absicht, den Regel- und Ausgleichsenergiemarkt weiter zu öffnen. Hier sind Industrieunternehmen durch ihre energetischen Flexibilitäten und Potenziale in der Lage, einen wesentlichen Beitrag zur Energiekostensenkung zu leisten. „Derzeit ist eine Teilnahme aufgrund der technischen Anforderungen und bürokratischen Hindernisse nur für bestimmte Industrieanlagen möglich und erfordert eine Anpassung der Prozesse“, sagt Herzog und erläutert, wie das künftig besser funktionieren würde: „Durch Anreize, zum Beispiel bei den Netztarifen und Energiepreisen sowie durch Optimierung des Zusammenspiels von EVUs, Netzbetreibern und Unternehmen, können Hemmnisse zur Teilnahme abgebaut werden. Dann wäre eine Teilnahme auch für kleinere Verbraucher interessant“.

 

 

Die Papierindustrie in Österreich

Die österreichische Papierindustrie hat durch ihren Bedarf an natürlichen Rohstoffen eine lange Tradition in Sachen Nachhaltigkeit. Der 100%ige Bezug von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, mehrfaches Recycling und mehrstufige Abwasserreinigung sind mittlerweile Standard. Die kaskadische Holznutzung -Mehrfachnutzung, Recycling und abschließende thermische Verwertung - und damit einhergehend die optimale Verwertung des wertvollen Rohstoffes Holz hat sie zur Leitbranche der kreislaufbasierten Bioökonomie gemacht. Mittlerweile erzeugen 24 Betriebe 5 Millionen Tonnen Papier und 2 Millionen Zellstoff pro Jahr und zusätzlich noch Textilien, Nahrungsmittelzusatzstoffe, wie Kaugummizucker oder den Geschmacksstoff Vanillin. Auch zahlreiche Vorprodukte für die chemische Industrie kommen mittlerweile aus der Papierindustrie und ersetzen erdölbasierte Stoffe. Durch intensive Forschung an weiteren neuen Erzeugnissen aus Holzbestandteilen entwickelt sich die Branche zunehmend in Richtung Bioraffinerie. Im Holz steckt noch viel Potenzial für die Zukunft.

 

 

 

Rückfragen:

Julia Löwenstein, Austropapier Öffentlichkeitsarbeit,
Tel: +43 1 588 86 DW 294
Mail: julia.loewenstein@austropapier.at