Europäische Handpapiermacherei

Im Mittelalter brachten die Araber durch die Feldzüge die Papiermacherkunst nach Spanien.
Im Jahre 1144 wurde in Xàtiva bei Valencia das erste Papier auf europäischem Boden hergestellt.
1276 wird die erste Papiermühle in Fabriano in Italien urkundlich erwähnt. Die Italiener verwendeten erstmals zum Zerfasern der Hadern durch Wasserkraft bewegte Stampfwerke mit mehreren Hämmern, die durch ein großes Wasserrad (Mühlrad) angetrieben wurden. Daher rührt der Name Papiermühle.

Das älteste in Österreich hergestellte Blatt Papier, wurde im Archiv des Stifts Heiligenkreuz gefunden. Man nimmt an, dass dieses Blatt in jener Papiermühle geschöpft wurde, die Jan der Turs von Rauhenegg um das Jahr 1321 in Leesdorf bei Baden gegründet haben soll.
Urkundlich nachweisbar sind diese ersten Papiermühlen in Österreich:
1469 an der Traisen bei St. Pölten
1498 bei Wiener Neustadt
1513 Leesdorf bei Baden
1517 bei Graz

Einen besonderen Aufschwung nahm die Papiererzeugung nach der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gensfleisch zum Gutenberg um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Folge davon war die Gründung vieler neuer Papiermühlen.

Beginn des 19. Jahrhunderts revolutionierte die Erfindung des Holländers die Papierherstellung. Ab dann wurde die Zerstampfung der Fasern durch von Holländern entwickelte Zylindermaschinen erledigt. Heute sind sie durch moderne, kontinuierlich arbeitende Mahlmaschinen ersetzt. Mit der handwerklichen Arbeitsweise des Papierschöpfens war allerdings die Produktionsmenge deutlich begrenzt.