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Alte Biomasseanlagen verbrennen Millionen

Die österreichische Papierindustrie spricht sich vehement gegen den im Nationalrat beschlossenen Initiativantrag von ÖVP und FPÖ zur Weiterförderung bereits ausgeförderter Biomasseanlagen aus. Wir fordern die Bundesregierung und den Gesetzgeber auf, rasch den Schwerpunkt auf eine effiziente und EU-konforme Neugestaltung der Ökostromförderung zu legen. Das Ziel muss lauten: Maximale Fördereffizienz, also größtmögliche CO2-Einsparung je eingesetztem Förder-Euro.

 

„Durch die Übergangslösung beabsichtigt man weitere 150 Millionen Euro in Anlagen zu pumpen, die nach 13 Jahren Förderdauer immer noch nicht in der Lage sind, wirtschaftlich zu arbeiten. Diese Anlagen werden sich auch nach weiteren Förderjahren nicht rentieren, wenn sie es nicht einmal bei derzeit vernünftigen Holz- und Strompreisen schaffen,“ ärgert sich Christian Skilich, der Präsident von Austropapier, über diese Mittelverschwendung.

 

Die geförderten Biomasseanlagen kommen Österreich teuer zu stehen. „Durch die Förderung kostet eine Tonne CO2-Reduktion € 200,-, und das, obwohl der Marktpreis derzeit bei ca. € 20,-/Tonne CO2 liegt. Das Problem wird durch die Übergangslösung nur hinausgezögert, denn in wenigen Jahren haben die meisten Anlagen ihre technische Lebensdauer erreicht und müssen sowieso abgeschaltet werden“, rechnet Skilich vor. Wo bleibt da die nachhaltige Wirkung der eingesetzten zusätzlichen Förderbeträge?

 

Der österreichischen Papierindustrie geht es um eine sinnvolle Begrenzung der Ökostromförderkosten. Nach der kleinen Ökostromnovelle 2017 zur Rettung maroder Biogasanlagen ist das jetzt bereits die zweite Umgehung der Kostendeckelung. Rechtsexperten bezweifeln deren EU-Konformität. Die heimische Papierindustrie fordert schon seit Jahren eine Neukonzeption der Ökostromförderung. Doch statt Anreize für eine sinnvolle energetische Mehrfachnutzung von Strom und Wärme aus Holz zu setzen, soll die Übergangslösung ineffiziente Anlagen im System halten.

 

Auch die Argumentation der Biomasseanlagenbetreiber, dass es sie zur Aufarbeitung des Kalamitätsholzes der letzten Jahre brauche, ist für Skilich sehr kurzsichtig. „Es macht doch keinen Sinn, langfristige Förderungen aufgrund von kurzfristigen Schadholzereignissen zu etablieren! Das Holz, das jetzt zuviel anfällt, ist jenes, das in der Zukunft fehlen wird“, gibt Skilich zu bedenken.

Die Papierindustrie ist ein verlässlicher Partner der Forstwirtschaft. Sie nimmt kontinuierlich Holz ab und ist dadurch in der Lage, Kalamitätsschäden wie Käferholz durch die Rücknahme von Importen zugunsten unserer Waldbesitzer auszubalancieren.

 

 

Rückfragen

Patrick Mader, Austropapier Wirtschaft & Datenservice, Tel: +43 1 588 86 DW 273
Mail: patrick.mader@---nospam---austropapier.at

Über die Papierindustrie

Holz ist der wichtigste Rohstoff der österreichischen Papier- und Zellstoffindustrie. Die ganzheitliche Nutzung dieses wertvollen erneuerbaren Rohstoffs steht dabei an oberster Stelle. Mittlerweile erzeugt die Branche neben Zellstoff und Papierprodukten auch Nebenprodukte wie etwa den Kaugummizucker Xylit, Vanillin für Vanillezucker oder Bioessig für Essiggurkerln. Außerdem ersetzen Produktionsreststoffe auch eine Reihe fossiler Ausgangsprodukte in der chemischen Industrie und finden sich in Klebern, Lacken, aber auch Baustoffen wie Beton. Und all jene Reststoffe, die nicht mehr anderweitig weiterverarbeitet werden können, dienen immer noch als biogene Energieträger. Damit deckt die Papierindustrie nicht nur einen großen Teil ihres eigenen Energiebedarfs, sondern speist auch Ökostrom und Fernwärme ins öffentliche Netz. Die eingespeiste Menge entspricht dabei dem gesamten Energieverbrauch von über 80.000 Haushalten. Damit trägt sie wesentlich zur Erreichung der Klima- und Energieziele bei.