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Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert nachhaltigen Umgang mit Holz

Die nachhaltige Nutzung des erneuerbaren Rohstoffs Holz hat oberste Priorität im Kampf gegen den Klimawandel. Die Papierindustrie ist gerade in Zeiten von hohem Schadholzanfall stabiler und verlässlicher Partner der Forstwirtschaft. Der Einsatz des Rohstoffs Holz in der Papierindustrie schafft bis zu 9mal höhere Wertschöpfung und über 7mal mehr Arbeitsplätze verglichen mit dem Einsatz als reiner biogener Energieträger in Biomasseheizkraftwerken.

Christian Skilich, Präsident von Austropapier, ist überzeugt „Die Eindämmung des Klimawandels verlangt intelligente und nachhaltige Lösungen. Holz ist der wichtigste Rohstoff der gesamten holzverarbeitenden Industrie. Gerade deshalb ist der sorgsame Umgang mit diesem bedeutenden Rohstoff so besonders wichtig.“

Wichtiger Partner der Forstwirtschaft
Die österreichische Papierindustrie verarbeitet jährlich etwa 9 Millionen Festmeter Holz, oder 750.000 Festmeter monatlich. Durch die gleichbleibend hohe Produktionsmenge ist die Branche - auch bei einem derzeit hohen Schadholzanfall - ein verlässlicher Abnehmer von Holz und ein wichtiger Partner der Sägeindustrie und Forstwirtschaft. So konnte speziell aus den Schadgebieten nördlich der Donau das Holz termingerecht übernommen bzw. auf separat eingerichteten Plätzen zwischengelagert werden. Gegenwärtig ist zu erkennen, dass aufgrund eines gedrosselten Holzeinschlages, zugunsten der Aufarbeitung des von Borkenkäfern befallenen Holzes, weniger Frischholz zur Verfügung steht. Somit sind die anfallenden Holzmengen für die heimischen Industriestandorte gut bewältigbar, die sie einer mehrstufigen und höheren Wertschöpfung zuführen. Die Papierindustrie begrüßt hier auch das Ziel der Klima- und Energiestrategie, generell mehr Holz zu mobilisieren, wodurch auch mehr Arbeitsplätze im regionalen Bereich geschaffen werden.

Eine Studie von Pyöry im Auftrag des europäischen Papierdachverbands CEPI hat jetzt auch den Mehrwert des Holzeinsatzes in der Papierindustrie gegenüber dem Einsatz als erneuerbarer Energieträger in Biomasseheizkraftwerken errechnet. In diesen Anlagen wird Holz - ohne vorher Produkte herzustellen - zu Strom und Wärme umgewandelt. „Vergleicht man den Einsatz von Holz in diesen beiden Branchen, ist schnell klar: Holz, das stofflich zu Produkten verarbeitet werden kann, nur zu verbrennen, ist Verschwendung und auch ökonomisch ein Fehler. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das 9mal höhere Wertschöpfung und 7mal mehr Arbeitsplätze in der Papierindustrie gegenüber der Bioenergie“, erläutert Skilich den gesamtwirtschaftlichen Effekt. Die Papierindustrie appelliert daher schon seit jeher für eine effiziente Biomassenutzung und ein vernünftiges Förderregime, das im Zuge der Umsetzung der Klima- und Energiestrategie zu überarbeiten ist.

Leitbranche der Bioökonomie
Auf dem Weg zu einer kreislauforientierten Bioökonomie kommt der Papierindustrie bereits heute eine Schlüsselrolle zu. Die eingesetzten Rohstoffe werden mehrfach wiederverwertet und nicht verschwendet. Mittlerweile kommen neben Zellstoff und Papierprodukten auch Nebenprodukte wie etwa der Kaugummizucker Xylit, Vanillin für Vanillezucker oder Bioessig für Essiggurkerl aus der Papierindustrie. Außerdem ersetzen Produktionsreststoffe auch eine Reihe fossiler Ausgangsprodukte in der chemischen Industrie und finden sich in Klebern, Lacken aber auch Baustoffen wie Beton. An weiteren neuen Produkten wird derzeit geforscht. Und all jene Reststoffe, die nicht mehr anderweitig weiterverarbeitet werden können, dienen immer noch als biogene Energieträger. Damit deckt die Papierindustrie nicht nur einen großen Teil ihres eigenen Energiebedarfs, sondern speist auch Ökostrom und Fernwärme ins öffentliche Netz. Die eingespeiste Menge entspricht dabei dem gesamten Energieverbrauch von über 80.000 Haushalten. Damit setzt die Papierindustrie schon heute wichtige Schritte gegen den Klimawandel.

Rückfragen: Julia Löwenstein, Austropapier Öffentlichkeitsarbeit, Tel: +43 1 588 86 DW 294 Mail: julia.loewenstein@austropapier.at