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Papierindustrie fordert mehr Anreize für Bioökonomie

Die Papierindustrie sieht den Wandel in Richtung Bioökonomie als einen wesentlichen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Mit dieser Hinwendung zu einer Wirtschaftsform, die auf biologischen Ressourcen aufbaut, unterstreicht die Branche ihre Verantwortung als industrieller Vorreiter. Sie setzt stark auf die Forschung und Entwicklung neuer Produkte aus dem Rohstoff Holz und hofft in diesem Zusammenhang auch auf Unterstützung durch die Politik.

Der Ersatz fossiler Rohstoffe durch erneuerbare ist die Grundlage der Bioökonomie. Da aber auch nachwachsende Ressourcen nur beschränkt verfügbar sind, müssen die vorhandenen möglichst effizient genutzt werden. Die Papier- und Zellstoffindustrie ist eine Vorreiterbranche dieser neuen Wirtschaftsform und wird deshalb in der heute vorgestellten Bioökonomie-Strategie auch als Stärkefeld anerkannt.

Die Papierindustrie trennt schon seit jeher Holz in seine Bestandteile und erzeugt aus den Holzfasern Papierprodukte. Diese können bis zu sieben Mal recycelt werden. Reststoffe, die bei der Papierproduktion anfallen, dienen bereits jetzt der Herstellung von Nebenprodukten. „So werden etwa Essigsäure für Gurkerln, Vanillegeschmack oder Geruchstoffe für Parfums aus Holzbestandteilen gewonnen. Stoffe, die nicht mehr anders verwertbar sind, werden zu Ökostrom und -wärme. Es gibt aber noch viel Potential für neue Produkte aus Holz“, erklärt Gabriele Herzog, Geschäftsführerin der Austropapier, die nachhaltige Produktionsweise der Papierbetriebe. Sie wünscht sich hier Unterstützung seitens der Politik. „Holz ist ein enorm vielfältiger Rohstoff, der möglichst effizient genutzt werden sollte. Die Erforschung neuer Produkte aus Holz ist eine wichtige Säule der Bioökonomie. Leider fehlen hier im Gegensatz zum Energiebereich die Anreize.

Kritisch beurteilt Herzog, dass auch die Bioenergie in der Strategie als Stärkefeld gesehen wird. Sie sieht eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. „Laut Strategie liegt das größte Rohstoffpotential Österreichs im Holz. Der Klimawandel wirkt sich zunehmend negativ auf unseren Wald aus, auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach Holz. Wir müssen endlich anfangen, das ganze Potential von Holz für Produkte, Nebenprodukte und zum Schluss natürlich auch Energie zu nutzen. Nur Energie daraus zu machen, ist Verschwendung“, sagt Herzog. Die Papierindustrie begrüßt aber die Absicht, den Weiterbetrieb bestehender Biomasseanlagen durch Senkung ihrer Betriebskosten zu ermöglichen. Erreicht werden soll das durch Investitionen in die Steigerung der Brennstoff- und Ressourceneffizienz. Dieses Prinzip sollte bereits jetzt angewendet werden, statt ineffiziente Anlagen weiter zu fördern.

Rückfragen:

Julia Löwenstein, Austropapier Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit,
Tel: +43 1 588 86 DW 294
Mail:
julia.loewenstein@austropapier.at

Über die Papierindustrie

Holz ist der wichtigste Rohstoff der österreichischen Papier- und Zellstoffindustrie. Die ganzheitliche Nutzung dieses wertvollen erneuerbaren Rohstoffs steht dabei an oberster Stelle. Mittlerweile erzeugt die Branche neben Zellstoff und Papierprodukten auch Nebenprodukte, wie etwa den Kaugummizucker Xylit, Vanillin für Vanillezucker oder Bioessig für Essiggurkerln. Außerdem ersetzen Produktionsreststoffe auch eine Reihe fossiler Ausgangsprodukte in der chemischen Industrie und finden sich in Klebern, Lacken, aber auch Baustoffen wie Beton. Und all jene Reststoffe, die nicht mehr anderweitig weiterverarbeitet werden können, dienen immer noch als biogene Energieträger. Damit deckt die Papierindustrie nicht nur einen großen Teil ihres eigenen Energiebedarfs, sondern speist auch Ökostrom und Fernwärme ins öffentliche Netz. Die eingespeiste Menge entspricht dabei dem gesamten Energieverbrauch von über 80.000 Haushalten.